D i e  A s t r o s e i t e n        >        Astro-Galerie        >       Deepsky      >     Nex5-Galerie

aufgrund einiger Nachfragen zur Astrotauglichkeit der modifizierten "Sony Nex5" habe ich hier temporär eine seperate Galerie angelegt, sowie erste Erfahrungen abgelegt.



M 42



IC 1805, Zentrumsbereich



NGC 281



NGC 2174  NGC 2175


NGC 2264
  


NGC 7635
 
 

Orion aus der Grossstadt heraus
 

M27
 

NGC 6888
 

NGC 7293


IC 1396


M 33



IC 5146


M 76


M101


Sony Nex-5 


Inspiriert von einem einzelnem (!) kurzen Erfahrungsbericht eines Australiers, habe ich das Risiko auf mich genommen, diese Kamera ebenfalls im Astrobereich einzusetzen. Da es bisher weltweit noch keine tiefergehenden Erfahrungen gibt, hab ich hier sozusagen mal absolutes Neuland betreten . Erworben wurde die Kamera als Kit mit dem 18-55/OSS-Objektiv bei Ebay für relativ wenig Geld. Nach Anfrage bei einem Anbieter von IR-Modifikationen für DSLR's wurde mir die Modifikation zugesichert - allerdings nicht allzu preiswert. Es wurde dabei der IR/UV-Sperrfilter inkl. des Weichzeichnerfilters entfernt und durch ein optisches Fenster ersetzt, welches von ca. 300nm bis 1200nm  das Licht nahezu ungehindert passieren lässt (UVI-Mod). Dies macht den Einsatz von zusätzlichen, dem gewünschtem Spektrum entsprechenden Filtern notwendig!

Grosse Vorteile der kleinen Sony: geringe Masse und Volumen, hohe Empfindlichkeit im H-alpha, gute Nutzbarkeit von ISO1600 bei geringem Rauschen (auch bei Langzeitbelichtugen von 600"), sehr gutes und klappbares Display, nur 18mm Auflagemass, gute HD-Movie-Funktion.
Aber dem gegenüber stehen auch einige Nachteile: kein optischer Sucher, relativ kleine Akkus, kein Kabelauslöser anschliessbar (nur per IR-Fernbedienung), RAW-Format nicht weit verbreitet und unterstützt (DNG-Konvertierung empfohlen), kein gutes Objektivangebot und nur mit langsamen Autofokus, Systemzubehör recht teuer oder gar nicht erhältlich.
Erste Vergleiche mit meinen Canons und auch erste langbelichtete Astrobilder zeigen aber das Potenzial, was in der Kleinen steckt. Am Teleskop mittlerweile hat sie meinen Canons abgelöst. Nur bei Einsatz von Fotoobjektiven hat sie, aufgrund der Nichterhältlichkeit von entsprechenden Clipfiltern das deutliche Nachsehen...

Vergleich Canon40D(Baader) und Sony Nex5(UVI) Hier habe ich mal einen einfachen Rauschvergleich unter Praxisbedingungen gemacht: die 40D(Baader) gegen die Nex5(UVI) unter gleichen Vorraussetzungen zur gleichen Zeit am gleichen Objekt. Das Bild zeigt jeweils einen 100%-Ausschnitt aus dem, lediglich mit Weissabgleichskorrektur bearbeitetem Einzelbild. Hier ist auch die höhere Empfindlichkeit der Nex5 bei gleicher ISO gut zu erkennen. Besonders der schwache Reflexionsnebel (etwa 4Uhr auf dem Bild) ist auf dem Canonbild gar nicht auszumachen. Ebenso ist die Anzahl der Sterne erkennbar geringer. Die grünen Sterne der Canonaufnahme resultieren im Weissabgleich auf den Himmelshintergrund und der Farbverschiebung, welche der CLS-Clip verursacht. Auch der 2"-CCD-CLS vor der Sony verursacht eine Farbverschiebung, selbige lässt sich aber interessanterweise einfacher beherrschen! Das Rauschen selber ist bei der Sony gegenüber meiner 40D und 20D deutlich "zufälliger" - verallendingen der schwer zu beherrschende Bandingeffekt der 40D ist überhaupt nicht erkennbar! Bei der Analyse der einzelnen Farbkanäle fällt auch auf, dass besonders der Rotkanal bei der Sony mehr Details und Abstufungen enthält. Trotz, dass bei beiden RAW-Entwicklungen der gleiche Konverter zum Einsatz kam. Das bedeutet in der Praxis, dass gerade rote Objekte wie Halpha-Gebiete in den schwachen Ausläufern sanfter und detailierter im Hintergrund auslaufen. Meine 40D produziert hierbei gerne unschöne Farbabrisse und fleckige, detaillose Bildbereiche.



Schlechte Erfahrungen
halten sich bei der Sony bisher in Grenzen
. Bedauerlich ist es, dass es keine Möglichkeit gibt, einen Kabelauslöser zu nutzen. Das nächtliche Gefummel mit dem IR-Auslösere ist umständlich und man muss schon darauf achten, dass man beim zweiten (Schliessen des Verschlusses) Auslösen nicht ausversehen in die Optik "leuchtet".
Auch das Navigieren durch die Menues der Kamer ist bei Dunkelheit nicht einfach. Besonders die Wiedergabetaste ist mit klammen Fingern kaum zu ertasten und aufgrund ihrer ungünstigen Lage (Kameraoberseite, klein und auch noch vertieft) nur schwer zu ertasten und betätigen.


Gute Erfahrungen Überrascht hat mit im positiven Sinne das Durchhaltevermögen der relativ kleinen Akkus bei Langzeitbelichtungen! Trotz 16 Aufnahmen a' 10 Minuten ist bei einer Umgebungstemperatur von ca. 3°C die verfügbare Kapazität nur auf etwa 40% gefallen. Eine Hauptursache dürfte das Fehlen des Klappspiegels sein, welcher bei herkömmlichen DSLRs per Magnet in der oberen Position gehalten werden muss und welcher nach jedem Auslösen per Motor wieder in seine Grundposition gebracht werden muss. Desweiteren sind Akkus für die kleine Sony für recht kleines Geld unter anderem bei Ebay zu erhalten; inkl. der Unterstützung des sonyeigenen Kapazitäts
-Managements, bei welchen sehr genau die verbleibende Kapazität angezeigt wird.