D i e  A s t r o s e i t e n        >        Glossar


Achromat(isch) bezeichnet man Objektive welche für Lichtwellenlängen von rot bis grün die gleiche Brennweite haben und somit in diesem Farbbereich scharfe Bilder zeigen. Lediglich die blau/violetten Farbanteile weissen noch eine Brennweitendifferenz auf, so das helle Objekte einen blau/violetten Saum zeigen. Man nennt dies auch das sekundäre Spektrum. Die Intensität jenes Abbildunsfehlers ist abhängig von der Öffnung des Objektives und dem Öffnungsverhältnis. Je kleiner die Öffnung und je länger das Öffnungsverhältnis ist, desto schwächer ausgeprägt ist der Bildfehler.
Apochromat(isch) bezeichnet man ein Objektiv, wenn es für das gesamte sichtbare Licht korrigiert ist, also alle Wellenlängen (bzw. Farben) in einem Brennpunkt vereinigt werden. Ein apochromatisches Teleskop stellt theoretisch das optimimale  Teleskop dar. Erreicht wird dies durch Einsatz höchstbrechender Gläser/Kristalle (Flouritkristalle, SD-Gläser) und /oder Einsatz von 3 oder mehr Linsen im Objektiv.
Austrittspupille ist der Durchmesser des Lichtbündels welches aus dem Okular in unser Auge trifft in mm. Sie errechnet sich aus Objetivdurchmesser/Vergrösserung. Sie sollte nicht grösser als der des an die Dunkelheit angepassten Pupillendurchmessers des Auges sein (sonst verschenkt man Licht), also etwa 6-7mm, und nicht kleiner als 0.5mm sein
Chromat(isch) ein chromatisches Objektiv ist. z.B. eine einfache Linse. Da die Brennweite einer einfachen Linse von der Wellenlänge (=Farbe) des Lichtes abhängig ist, ergibt diese nie ein scharfes Bild bei Beobachtungen im Weisslicht. Chromaten werden nur zur Sonnenbeobachtung eingesetzt, wo man sich dann nur eine bestimmte Wellenlänge rausfiltert.
Interferenzfilter sind im Grunde genommen Farbfilter einer bestimmeten Farbe, mit dem grossen Unterschied: durch spezielle mehrfache Beschichtungen in bestimmten Layerdicken lassen jene Filter Licht in nur einer oder mehrerer bestimmter Wellenlänge(Farbe) schmalbandig passieren und blocken das restl. Spektrum nahezu komplett!  z.B. OIII, UHC, Halpha, Hbeta, SII sind solche Filter.
Kontrastübertragung besonders wichtig bei Spiegelteleskopen welche einen Hilfsspiegel in der Öffnung haben (alle Spiegelteleskope ausser Schiefspiegler). Die Kü. gibt an, in wie weit das Teleskop in der Lage ist auf einem beobachtetem Objekt vorhandene Helligkeistunterschiede wiederzugegeben, z.B. ein Teleskop mit einem relativ grossen Fangspiegel beugt einen gewissen Teil des Lichtes in den unbeleuchteten (oder dunklereren) Teil des Bildes, dann wird z.B. eine feine Schattenlinie auf dem Mond mit einem Hell/Dunkelverhältnis von 100:1 im Okular nur noch als Schattenlinie mit einem Hell/Dunkelverhältnis von 80:20 dargestellt - d.h. 20% des Lichtes werden in die Schattenbereiche gebeugt. Wenn man nun aber eine Wolkenformation auf dem Jupiter z.B. beobachtet, welche ein Hell/Dunkel-Verhältnis von nur 60:40 hat, dann ist logisch, das diese Wolkenformation an einem Teleskop mit geringer Kl. nicht mehr erkennbar ist, da im Okular nur noch ein Hell/Dunkel-Verhältnis von 50:50 rauskommt, also eine einheitlich helle (oder dunkle) Fläche. Aber nicht nur der Fangspiegel beeinflusst die Kü., auch schlechte Tubusinnenverkleidung verursacht Streulicht und Reflexe, welche die Kl. negativ beeinflussen.
Objektivöffnung Durchmesser des Objektives, wird immer in mm oder Zoll angegeben. Die Objektivöffnung wird oft auch als Eintrittspupille bezeichnet.
Objektivbrennweite ist der Abstand in mm zwischen Linse und Brennpunkt der selben bei einem (unendlich) weit entfernten Objekt
Obstruktion bezeichnet man Optische Baugruppen, welche sich im Strahlengang der Eintrittspupille (Öffnung) befinden. Das betrifft z.B. die Fangspiegel bei allen Spiegelteleskoptypen ausser den Kutter (Schiefspiegler). Die O. vermindert die Kontrastübertragung eines Teleskops.
Öffnungsverhältniss ist der Quotient Obj.brennweite/Obj.öffnung. Je kleiner er ist, desto kürzer kann die Belichtungszeit bei der Fotographie sein, aber umso grösser sind auch die typischen Bildfehler der einzelnen Teleskoptypen zu erkennen.
Okularbrennweite Brennweite des Okulares in mm. Kurze Brennweite=hohe Vergrösserung, lange Brennweite=niedrige Vergrösserung. Ab 35mm und mehr sollte man Okulare mit 2" Durchmesser benutzen
Reflektor Ein Teleskoptyp, welcher auf dem Prinzip der Reflektion basiert - sprich, ein Spiegel mit einer gegebenen Brennweite ist das hauptsächliche bilderzeugende Element. Zu den Reflektoren gehören auch Teleskoptypen, welche zusätzliche Linsen  zur Bildkorrektur nutzen, wie die Schmidt- und Maksutov-Cassegrains. Reflektoren, besonders korrekturlinsenfreie bieten generell farbfrei(er)e  abbildung als Refraktoren. Weiterer Vorteil ist, dass man grosse Öffnungen relativ preiswert und leicht (gewichtsmässig) herstellen kann. Nachteil sind die oft kleineren Bildfelder und häufig ausgeprägte geometrische Bildfehler im weiteren Bildfeld - besonders die Koma. Desweiteren sind Reflektoren sehr empfindlich betreffs Temperaturänderungen und Erschütterungen (Spiegeljustage).
Refraktor Ein Teleskoptyp, welcher auf dem Prinzip der Refraktion basiert - sprich, eine Linse mit gegebener Brennweite ist das bilderzeugende Element. Zu den Refraktoren gehören die sogenannten Faltrefraktoren, wo durch zusätzliche Planspiegel der Lichtweg des Linsen-Objektives gefaltet wird, um eine kompaktere Bauform zu erreichen. Preiswerte Refraktoren haben oft den Nachteil der auftretenden chromatischen Abberation. Für farbfreie Abbildung sind teure, schwere und aufwendige Objektive nötig. Vorteil von kleinen bis mittleren Refraktoren ist allerdings die Kompaktheit und Robustheit, die schnelle Temperaturanpassung und die Möglichkeit  grosse Bildfelder nutzen zu können.
Seeing nennt man die atmospärischen Störungen bei astronomischen Beobachtungen. Hervorgerufen werden sie durch Verwirbelungen in der Luft durch kalte und warme "Blasen", welche eine unterschiedliche Lichtbrechung verursachen. Dadurch scheint das Bild zu "wabbern", bzw. wird teilweise unkenntlich, was Beobachtungen entweder unmöglich macht, oder doch die nutzbaren Vergrösserungen deutlich einschränkt. Bereits das Vorhandensein der Körperwärme eines Menschen in der Nähe der Teleskopöffnung oder ein offenes Fenster unterhalb der Beobachtungsrichtung kann das Seeing extrem negativ beeinflussen. Schon mit blossem Auge kann man grob das Seeing beurteilen: wenn die Sterne stark funkeln, ist dies ein Zeichen für schlechtes Seeing. Der störende Einfluss des Seeings ist direkt von der Vergrösserung und vom Objektivdurchmesser abhängig.
Vergrösserung errechnet sich aus Brennweite(Objektiv)/Brennweite(Okular). Die maximal sinnvoll nutzbare Vergrösserung eines Teleskopes ist max. das 2fache des Objektivdurchmessers in mm!! Je geringer die Vergrösserung, desto heller ist das Bild, die niedrigste sinnvolle Vergrösserung sollte max. 1/7 des Objektivdurchmessers betragen.