D i e  A s t r o s e i t e n        >        Visuelle Beobachtung        >       Vorraussetzungen


- möglichst dunkler Standort ohne Blendmöglichkeiten, z.B. durch Auto/Strassenlampen. Aber auch in Beobachtungsrichtung befindliche aufgeheizte Dächer/Strassen (im Sommer) oder Wärme abstrahlende Kamine/Schornsteine (im Winter) stören die Beobachtungen durch schlechtes Seeing(Luftruhe) erheblich.

- ausreichende Dunkeladaption der Augen, d.h. auch: keine Zigaretten und kein Alkohol, da jene die "Lichtempfindlichkeit" der Augen reduzieren. Zur Information: das menschliche Auge braucht in etwa 30 Minuten Dunkelheit, um maximale Empfindlichkeit zu erreichen. Lediglich schwaches rotes Licht stört die Dunkeladaption der Augen kaum.

- wenn man nicht gerade den Mond beobachten möchte, ist eine mondlose Nacht aus vorgenanntem Grund wichtig!

- warme Kleidung, besonders was Füsse und Kopf anbelangt! Auch Sommernächte können unangenehm frisch werden! Auch eine Thermoskanne mit heissem Getränk kann schwindende/erfrierende Beobachtungslust wieder "anheizen"

- Orientierungshilfsmittel, wie z.B. eine drehbare Sternkarte, "Karkoschka", Ausdrucke des aktuellen Sternenhimmels, am Anfang evtl. einen Kompass und eine schwache rote Lampe zu Beleuchtung jener Hilfsmittel. Ein Laptop/Smartphone mit Planetariumssoftware bietet sich ZWAR ebenfalls an, aber jene stören durch ihre LCD-Hintergrundbeleuchtung die Dunkeladaption der Augen massiv - auch bei dunkelster Einstellung und "Astromodus" (alles wird rot/schwarz dargestellt)

- ein temperaturangepasstes (besonders bei jeder Art von Spiegelteleskopen wichtig!) Teleskop o. Fernglas dessen Bedienung man "blind" beherrscht - d.h. am Tage wurde Aufbau, Justage, Okularwechsel etc. geübt... Besonders bei motorischen Teleskopen kann der Kabelsalat des nachts schnell zu Stolperfalle für den Beobachter UND die Technik werden!

- eine stabile Basis für das Teleskop bzw. Fernglas. Nichts beeinträchtigt eine sinnvolle Beobachtung, wie ein zitterndes Bild. Das bedeutet aber auch, dass selbst Ferngläser auf einem Stativ montiert werden sollten; zumindest auf stabilen Gegenständen abgestützt werden!

- eine entspannte Körperhaltung beim Beobachten! Was hilft ein stabil montiertes Teleskop, wenn man selber verkrampft und zitternd in das Okular schauen muss? Das bedeutet bei Teleskopen mit Einblick am Tubusende, den Einsatz eines Zenitspiegels/Zenitprismas. Es gibt auch Ferngläser mit 45° oder 90° Einblick, welches besonders zenitnaher Beobachtungen zu gute kommt. Als Alternative gibt es dann noch Stühle oder gar Liegen, von welchen aus man entspannt zenitnah beobachten kann. Desweiteren gibt es sogenannte Astrostühle zu erwerben, welche mit einem Handgriff extrem variabel in der Sitzhöhe sind.

- bei Einsatz von motorisch betriebenen GOTO-Teleskopen ist darauf zu achten, dass Jene einen nicht unbeträchtlichen Geräuschpegel produzieren während der schnellen Objektanfahrten.

- bei ersten nächtlichen Streifzügen m Himmel, ist es von grossem Vorteil, erfahrene Mitbeobachter für Rat und Tat zur Seite zu haben. Das Internet ist in diesem Falle eine wirklich gute "Kontakbörse": www.astronomie.de ,  www.astrotreff.de

- ein letzter Hinweis zu einsetzbaren Vergrösserungen des Teleskopes: mindestens Objektivdurchmesser / 7 und maximal Objektivdurchmesser x 2. Alles andere ist nicht sinnvoll!! Wobei die Mindestvergrösserung von der Himmelshelligkeit abhängig ist. Bei aufgehelltem Himmel in Stadtnähe ist die Mindestvergrösserung besser Objektivdurchmesser / 5. Die Maximalvergösserung wiederrum ist von der Ruhe der Luft (Seeing) abhängig, in unruhigen Nächten wird schon bei Vergrösserungen = Objektivdurchmesser  der Anblick durch das "wabern" unscharf...